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Nikotinstärke bei E-Zigaretten – welche Stärke passt zu mir?
Welche Nikotinstärke ist bei einer E-Zigarette die richtige? Gerade beim Umstieg von der Tabakzigarette gehört diese Frage zu den wichtigsten Entscheidungen. Eine pauschal passende Nikotinstärke gibt es allerdings nicht: Entscheidend sind unter anderem der bisherige Zigarettenkonsum, die Stärke der Nikotinabhängigkeit, das verwendete Gerät und das persönliche Zugverhalten.
Besonders für erwachsene Raucher, die vollständig von Tabakzigaretten auf eine E-Zigarette umsteigen möchten, sollte die Nikotinstärke nicht automatisch möglichst niedrig gewählt werden. Ist die Nikotinzufuhr subjektiv nicht ausreichend, können weiterhin starkes Rauchverlangen und eine unbefriedigende Nutzung auftreten. Gleichzeitig sollte unnötig hoch dosiertes Nikotin vermieden werden.
Die passende Nikotinstärke hängt nicht allein davon ab, wie viele Zigaretten Sie bisher geraucht haben. Gerät, Zugtechnik, Liquidverbrauch und individuelles Nutzungsverhalten beeinflussen ebenfalls, wie viel Nikotin tatsächlich aufgenommen wird.
Was bedeutet die Nikotinstärke in mg/ml?
Bei E-Liquids wird die Nikotinkonzentration üblicherweise in Milligramm pro Milliliter (mg/ml) angegeben. Die Angabe beschreibt, wie viel Nikotin in einem Milliliter Liquid enthalten ist.
3 mg/ml = 3 mg Nikotin pro ml Liquid
6 mg/ml = 6 mg Nikotin pro ml Liquid
10 mg/ml = 10 mg Nikotin pro ml Liquid
20 mg/ml = 20 mg Nikotin pro ml Liquid
Das bedeutet jedoch nicht, dass beim Dampfen eines Milliliters Liquid automatisch die gesamte darin enthaltene Nikotinmenge vom Körper aufgenommen wird. Die tatsächliche Aufnahme hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Welche Faktoren beeinflussen die passende Nikotinstärke?
Für die Wahl einer geeigneten Nikotinstärke sollten mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden.
- Ihr bisheriger Zigarettenkonsum
- die Stärke Ihrer Nikotinabhängigkeit
- die verwendete E-Zigarette
- MTL-, RDL- oder DL-Zugtechnik
- Leistung und Luftzufuhr des Geräts
- Liquidverbrauch pro Zug und über den Tag
- Zuglänge und Häufigkeit der Nutzung
- individuelles Empfinden
Deshalb lässt sich beispielsweise nicht pauschal sagen: „20 Zigaretten am Tag entsprechen 10 mg/ml Liquid“. Eine solche Umrechnung wäre zu stark vereinfacht.
Nikotinstärke bei MTL, RDL und DL
Einen besonders großen Einfluss auf die Wahl der Nikotinstärke hat die Art, wie die E-Zigarette genutzt wird. MTL-, RDL- und DL-Systeme unterscheiden sich unter anderem bei Luftzufuhr, Leistung und der typischerweise pro Zug verdampften Liquidmenge.
MTL – häufig höhere Nikotinkonzentrationen
Beim MTL-Dampfen (Mouth to Lung) wird der Dampf zunächst in den Mund und anschließend in die Lunge gezogen. Der Zug ist typischerweise straffer und die pro Zug verdampfte Liquidmenge häufig geringer als bei offenen DL-Systemen.
Deshalb werden bei MTL-Geräten häufig höhere Nikotinkonzentrationen verwendet als beim DL-Dampfen. Das macht MTL insbesondere für viele erwachsene Umsteiger interessant, die ein zigarettenähnlicheres Zuggefühl bevorzugen.
RDL – zwischen MTL und offenem DL
RDL (Restricted Direct Lung) wird direkt in die Lunge inhaliert, allerdings mit stärker begrenzter Luftzufuhr als bei einem sehr offenen DL-Zug.
Da RDL-Geräte häufig mehr Liquid pro Zug verdampfen als typische MTL-Systeme, werden häufig niedrigere Nikotinkonzentrationen gewählt. Welche Stärke geeignet ist, hängt jedoch stark vom konkreten Gerät und dem persönlichen Nutzungsverhalten ab.
DL – häufig niedrigere Nikotinkonzentrationen
Beim DL-Dampfen (Direct Lung) wird der Dampf direkt in die Lunge gezogen. Offene DL-Systeme können pro Zug vergleichsweise große Mengen Liquid verdampfen.
Aus diesem Grund werden beim DL-Dampfen typischerweise niedrigere Nikotinkonzentrationen verwendet als bei MTL. Eine pauschale Nikotinstärke allein anhand der Bezeichnung „DL“ lässt sich jedoch nicht festlegen.
Die Leistung in Watt oder der Widerstand des Verdampferkopfes allein bestimmen nicht die passende Nikotinstärke. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gerät, Verdampfer, Luftzufuhr, Liquidverbrauch, Zugverhalten und persönlichem Nikotinbedarf.
Welche Nikotinstärke eignet sich für Umsteiger?
Besonders beim vollständigen Umstieg von Tabakzigaretten kann eine zu niedrig gewählte Nikotinstärke problematisch sein: Wenn die E-Zigarette das Rauchverlangen subjektiv nicht ausreichend auffängt, kann die Versuchung entstehen, zusätzlich weiterhin Tabakzigaretten zu rauchen.
Umgekehrt ist eine möglichst hohe Nikotinkonzentration nicht automatisch besser. Die geeignete Stärke sollte zum individuellen Bedarf und zum verwendeten Gerät passen.
Das erste Ziel sollte nicht darin bestehen, die Nikotinstärke möglichst schnell auf 0 mg/ml zu reduzieren. Für erwachsene Raucher, die mithilfe einer E-Zigarette umsteigen möchten, steht zunächst der vollständige Ausstieg aus der Tabakzigarette im Vordergrund. Eine spätere Reduzierung der Nikotinstärke kann anschließend individuell erfolgen.
Fagerström-Test – wie stark ist die Nikotinabhängigkeit?
Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit ist ein standardisierter Fragebogen, mit dem die Stärke einer bestehenden Abhängigkeit von Zigaretten eingeschätzt werden kann.
Besonders aussagekräftig sind dabei unter anderem der tägliche Zigarettenkonsum und die Zeit zwischen dem Aufstehen und der ersten Zigarette.
1. Wann rauchen Sie nach dem Aufstehen Ihre erste Zigarette?
- innerhalb von 5 Minuten: 3 Punkte
- nach 6–30 Minuten: 2 Punkte
- nach 31–60 Minuten: 1 Punkt
- nach mehr als 60 Minuten: 0 Punkte
2. Fällt es Ihnen schwer, an Orten mit Rauchverbot auf das Rauchen zu verzichten?
- Ja: 1 Punkt
- Nein: 0 Punkte
3. Auf welche Zigarette würden Sie am wenigsten verzichten wollen?
- auf die erste Zigarette am Morgen: 1 Punkt
- auf eine andere Zigarette: 0 Punkte
4. Wie viele Zigaretten rauchen Sie durchschnittlich pro Tag?
- 31 oder mehr: 3 Punkte
- 21–30: 2 Punkte
- 11–20: 1 Punkt
- 10 oder weniger: 0 Punkte
5. Rauchen Sie in den ersten Stunden nach dem Aufstehen häufiger als später am Tag?
- Ja: 1 Punkt
- Nein: 0 Punkte
6. Rauchen Sie auch, wenn Sie so krank sind, dass Sie den größten Teil des Tages im Bett verbringen?
- Ja: 1 Punkt
- Nein: 0 Punkte
Auswertung des Fagerström-Tests
| Punktzahl | Einordnung der Abhängigkeit |
|---|---|
| 0–2 Punkte | geringe Abhängigkeit |
| 3–4 Punkte | mittlere Abhängigkeit |
| 5–6 Punkte | starke Abhängigkeit |
| 7–10 Punkte | sehr starke Abhängigkeit |
Der Fagerström-Test kann Ihnen helfen, Ihre bisherige Zigarettenabhängigkeit einzuschätzen. Die Punktzahl lässt sich jedoch nicht direkt in eine bestimmte Nikotinstärke in mg/ml für E-Liquids umrechnen. Eine feste Zuordnung wie „5 Punkte = 12 mg/ml“ wäre deshalb nicht zuverlässig.
Woran erkennen Sie eine möglicherweise zu niedrige Nikotinstärke?
Eine zu niedrig gewählte Nikotinstärke kann sich insbesondere dadurch bemerkbar machen, dass die E-Zigarette trotz regelmäßiger Nutzung subjektiv nicht zufriedenstellt.
- anhaltend starkes Verlangen nach einer Tabakzigarette
- sehr häufiges Dampfen, um das Rauchverlangen auszugleichen
- das Gefühl, dass die E-Zigarette nicht ausreichend zufriedenstellt
- häufiger Rückgriff auf zusätzliche Tabakzigaretten
Diese Anzeichen sind jedoch nicht spezifisch für eine zu niedrige Nikotinstärke. Auch das Gerät, die Zugtechnik oder andere Faktoren können eine Rolle spielen.
Woran erkennen Sie eine möglicherweise zu hohe Nikotinstärke?
Eine für die jeweilige Nutzung zu hohe Nikotinaufnahme kann unangenehme Beschwerden verursachen. Dazu können beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzklopfen gehören.
Unterbrechen Sie die Nutzung bei deutlichen Beschwerden. Bei starken, anhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Nikotinsalz oder klassisches Nikotin – macht das einen Unterschied?
Neben klassischen nikotinhaltigen Liquids sind sogenannte Nikotinsalz-Liquids erhältlich. Nikotinsalze können bei vergleichbarer Nikotinkonzentration subjektiv anders wahrgenommen werden als klassische Nikotinformulierungen.
Dadurch sagt die Zahl in mg/ml allein nicht immer voraus, wie ein Liquid beim Inhalieren empfunden wird. Auch Zusammensetzung, Gerät und individuelles Empfinden spielen eine Rolle.
Besonders bei höheren Nikotinkonzentrationen sollte das verwendete Liquid zum jeweiligen Gerät und zur vorgesehenen Zugtechnik passen.
Muss die Nikotinstärke später reduziert werden?
Nein. Eine Reduzierung der Nikotinstärke ist keine Voraussetzung für einen erfolgreichen Umstieg von der Tabakzigarette.
Wenn Sie als erwachsener Raucher vollständig auf die E-Zigarette umsteigen möchten, ist zunächst entscheidend, nicht weiterhin regelmäßig Tabakzigaretten zu rauchen. Wer später seine Nikotinaufnahme reduzieren möchte, kann die Nikotinstärke schrittweise anpassen.
Wie schnell oder ob überhaupt reduziert wird, ist eine individuelle Entscheidung. Wenn das Ziel eine vollständige Beendigung der Nikotinabhängigkeit ist, kann professionelle Unterstützung beim Rauch- beziehungsweise Nikotinstopp sinnvoll sein.
Nikotinstärke – das Wichtigste auf einen Blick
Orientieren Sie sich nicht ausschließlich an einer Tabelle. Zigarettenkonsum, Abhängigkeit, E-Zigarette, Zugtechnik und persönliches Empfinden sollten gemeinsam berücksichtigt werden.