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PG/VG Mischverhältnis bei E-Liquids – 50/50, 70/30 & Co. erklärt

50/50, 70/30 oder High VG – das Mischverhältnis eines E-Liquids beschreibt, in welchem Verhältnis seine wesentlichen Basisbestandteile zueinander stehen. Gemeint sind dabei in der Regel Propylenglykol (PG) und pflanzliches Glycerin (VG). Das Verhältnis beeinflusst unter anderem die Viskosität des Liquids und damit, wie gut es zu einem bestimmten Pod oder Verdampferkopf passt.

Besonders verbreitet sind Mischungen wie 50/50 und 70VG/30PG. Welches Verhältnis das richtige ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand der Wattzahl oder des Widerstands eines Verdampferkopfes bestimmen. Entscheidend ist, für welche Liquidzusammensetzung das jeweilige Verdampfersystem ausgelegt ist.

Kurz erklärt:
PG ist deutlich dünnflüssiger als VG. Je höher der VG-Anteil einer typischen PG/VG-Mischung ist, desto zähflüssiger wird das Liquid in der Regel. Deshalb sollte das Mischverhältnis immer zum verwendeten Verdampfer beziehungsweise Pod passen.

Was bedeutet das Mischverhältnis bei E-Liquids?

Das PG/VG-Mischverhältnis gibt an, in welchem Verhältnis Propylenglykol und pflanzliches Glycerin in der jeweiligen Mischung enthalten sind.

Eine Angabe wie 50VG/50PG bedeutet beispielsweise, dass VG und PG zu gleichen Anteilen enthalten sind. Bei 70VG/30PG ist der VG-Anteil entsprechend höher.

Beispiele:

50VG/50PG = 50 % VG und 50 % PG
60VG/40PG = 60 % VG und 40 % PG
70VG/30PG = 70 % VG und 30 % PG
Achtung bei der Schreibweise:
Manche Hersteller geben zuerst VG und andere zuerst PG an. Eine Angabe „70/30“ ist deshalb ohne die Bezeichnungen VG und PG nicht immer eindeutig. Prüfen Sie im Zweifel die Produktangaben des Herstellers.

Was ist PG?

PG steht für Propylenglykol. Es ist eine vergleichsweise dünnflüssige Flüssigkeit und wird in E-Liquids unter anderem als Träger für Aromastoffe eingesetzt.

Ein höherer PG-Anteil kann das Liquid dünnflüssiger machen. Das kann insbesondere bei Verdampfersystemen mit kleineren Liquidkanälen beziehungsweise einer auf dünnflüssigere Liquids ausgelegten Watteversorgung relevant sein.

PG kann außerdem zur sensorischen Wahrnehmung im Hals beitragen. Wie deutlich dieser Effekt empfunden wird, hängt jedoch ebenfalls von Nikotinstärke, Nikotinform, Aroma, Gerät und individuellem Empfinden ab.

Was ist VG?

VG steht für Vegetable Glycerin beziehungsweise pflanzliches Glycerin. VG ist deutlich zähflüssiger als PG und trägt wesentlich zur Bildung des sichtbaren Aerosols einer E-Zigarette bei.

Liquids mit einem hohen VG-Anteil benötigen ein Verdampfersystem, das diese zähflüssigere Mischung zuverlässig zur Heizwendel transportieren kann.

Ist ein Liquid für einen bestimmten Verdampfer zu zähflüssig, kann der Liquidnachfluss beeinträchtigt werden. Dadurch kann die Watte an der Heizfläche nicht ausreichend mit Liquid versorgt werden.

PG und VG im direkten Vergleich

EigenschaftPGVG
Bezeichnung Propylenglykol Pflanzliches Glycerin
Viskosität Dünnflüssiger Zähflüssiger
Aromaträger Häufig verwendet Ebenfalls Bestandteil der Liquidbasis
Aerosolbildung Geringerer Beitrag zur sichtbaren Aerosolmenge Trägt stärker zur sichtbaren Aerosolbildung bei
Liquidnachfluss Aufgrund geringerer Viskosität meist leichter Benötigt ein für zähflüssigere Liquids geeignetes System

Was bedeutet 50/50 Liquid?

Bei einem 50/50-Liquid sind PG und VG zu gleichen Anteilen enthalten. Dadurch entsteht eine vergleichsweise ausgewogene Viskosität.

50/50-Mischungen werden häufig in MTL- und vielen Pod-Systemen verwendet. Sie können aber auch für bestimmte RDL-Systeme geeignet sein.

50/50 bedeutet nicht automatisch MTL:
Ob ein Liquid geeignet ist, entscheidet letztlich die Konstruktion des Pods beziehungsweise Verdampferkopfes. Die Herstellerempfehlung hat deshalb Vorrang vor pauschalen Zuordnungen.

Was bedeutet 70/30 Liquid?

Mit 70/30 ist bei vielen E-Liquids eine Mischung aus 70 % VG und 30 % PG gemeint. Aufgrund des höheren VG-Anteils ist eine solche Mischung zähflüssiger als ein typisches 50/50-Liquid.

70VG/30PG wird häufig in RDL- und DL-Verdampfern verwendet, deren Liquidversorgung für zähflüssigere Mischungen ausgelegt ist.

Daraus sollte jedoch nicht die Regel „70/30 = Sub Ohm“ abgeleitet werden. Auch innerhalb von RDL- und DL-Systemen unterscheiden sich die Anforderungen erheblich.

Welches Mischverhältnis für MTL, RDL und DL?

Als grobe Orientierung lassen sich typische Einsatzbereiche nennen. Sie ersetzen jedoch nicht die Empfehlungen des Geräte- oder Coilherstellers.

ZugartHäufig verwendete MischungWichtig
MTL Häufig 50/50 oder vergleichbare Mischungen Pod-/Coil-Empfehlung beachten
RDL Je nach System etwa 50/50 bis 70VG/30PG möglich Große Unterschiede zwischen Geräten
DL Häufig höherer VG-Anteil, beispielsweise 70VG/30PG Nicht jedes DL-System benötigt High VG
Keine feste Watt-Regel:
Eine pauschale Tabelle wie „unter 15 Watt = 50/50“ oder „über 50 Watt = Max VG“ ist nicht zuverlässig. Die benötigte Viskosität wird vor allem durch die Konstruktion und Liquidversorgung des Verdampfers bestimmt – nicht allein durch seine Leistung.

Warum ist die Viskosität des Liquids so wichtig?

Der Verdampferkopf muss kontinuierlich mit ausreichend Liquid versorgt werden. Dafür transportiert das Dochtmaterial – häufig Watte – das Liquid zur Heizfläche.

Ist ein Liquid für das verwendete System zu zähflüssig, kann der Nachfluss unter bestimmten Bedingungen nicht ausreichend schnell erfolgen. Wird weiter gedampft, obwohl die Watte an der Heizfläche nicht ausreichend gesättigt ist, kann ein unangenehm trockener oder verbrannter Zug entstehen.

Ist ein Liquid für die Konstruktion dagegen zu dünnflüssig, kann es bei manchen Verdampfern leichter zu einer Überversorgung der Coil kommen. Mögliche Folgen sind Blubbern, Spritzen oder austretendes Liquid.

Entscheidend ist nicht „möglichst viel PG“ oder „möglichst viel VG“, sondern die passende Viskosität für das jeweilige Verdampfersystem.

Bedeutet mehr VG automatisch mehr Dampf?

VG trägt wesentlich zur Bildung des sichtbaren Aerosols bei. Deshalb werden für Anwendungen mit größerer Aerosolmenge häufig VG-reichere Liquids verwendet.

Die tatsächliche Aerosolmenge hängt jedoch nicht allein vom PG/VG-Verhältnis ab. Auch Leistung, Coil, Luftzufuhr, Temperatur und Zugverhalten spielen eine wichtige Rolle.

Ein höherer VG-Anteil bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede E-Zigarette damit große Aerosolwolken produziert.

Bedeutet mehr PG automatisch mehr Geschmack?

Auch die häufig verwendete Aussage „mehr PG = mehr Geschmack“ ist als allgemeine Regel zu einfach.

PG eignet sich gut als Träger für viele Aromastoffe. Wie intensiv ein Liquid tatsächlich schmeckt, hängt jedoch von der gesamten Rezeptur, der Aromakonzentration, dem Verdampfersystem, der Leistung und der individuellen Wahrnehmung ab.

Ein 50/50-Liquid schmeckt daher nicht automatisch intensiver oder besser als ein 70VG/30PG-Liquid.

Was bedeutet High VG oder Max VG?

Als High VG werden üblicherweise Liquids mit einem besonders hohen VG-Anteil bezeichnet. „Max VG“ wird ebenfalls als Handelsbezeichnung für sehr VG-reiche Rezepturen verwendet.

Eine einheitliche, verbindliche Prozentgrenze für diese Begriffe gibt es jedoch nicht. Die genaue Zusammensetzung sollte deshalb immer anhand der Produktangaben geprüft werden.

Aufgrund ihrer höheren Viskosität eignen sich solche Liquids nicht automatisch für jedes Pod- oder Verdampfersystem.

Enthält E-Liquid nur PG und VG?

PG und VG bilden häufig die wesentlichen Bestandteile der Liquidbasis. Ein fertiges E-Liquid kann darüber hinaus beispielsweise Aromastoffe und gegebenenfalls Nikotin enthalten.

Je nach Rezeptur können außerdem weitere zugelassene Bestandteile enthalten sein. Die genaue Zusammensetzung entnehmen Sie den Angaben des jeweiligen Herstellers.

Nicht selbst mit beliebigen Flüssigkeiten verdünnen:
Geben Sie nicht eigenständig Wasser, Alkohol oder andere Flüssigkeiten in Ihr E-Liquid, sofern dies nicht ausdrücklich für das jeweilige Produkt vorgesehen ist. Verwenden Sie zum Mischen nur dafür geeignete Komponenten und beachten Sie die Herstellerangaben.

Ändert sich das Mischverhältnis durch Nikotinshots?

Ja, das kann passieren. Wenn Sie einem Longfill oder Shortfill Nikotinshots hinzufügen, werden diese Bestandteil des fertigen Liquids.

Besitzt der verwendete Nikotinshot ein anderes PG/VG-Verhältnis als die übrigen Komponenten, verändert sich dadurch auch das Mischverhältnis der fertigen Mischung.

Wer sein Liquid selbst mischt und ein bestimmtes PG/VG-Verhältnis erreichen möchte, sollte deshalb alle verwendeten Komponenten in die Berechnung einbeziehen.

Welches Mischverhältnis passt zu meiner E-Zigarette?

Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie zunächst die Angaben des Herstellers zu Ihrem Pod oder Verdampferkopf prüfen. Diese sind wesentlich zuverlässiger als eine pauschale Zuordnung nach Widerstand oder Wattzahl.

Achten Sie insbesondere auf:
  • die Empfehlungen des Geräte- oder Coilherstellers,
  • das vorgesehene PG/VG-Verhältnis,
  • die Konstruktion des Pods beziehungsweise Verdampferkopfes,
  • einen zuverlässigen Liquidnachfluss und
  • die vorgesehene Zugart MTL, RDL oder DL.

PG/VG Mischverhältnis – das Wichtigste auf einen Blick

PG Dünnflüssiger und häufig als Aromaträger eingesetzt
VG Zähflüssiger und wichtiger Bestandteil für die Aerosolbildung
50/50 Häufig bei MTL- und Pod-Systemen verwendet
70VG/30PG Häufig bei geeigneten RDL- und DL-Systemen verwendet
High VG Hoher VG-Anteil und entsprechend höhere Viskosität
Entscheidend Das Mischverhältnis muss zum jeweiligen Pod oder Verdampferkopf passen
Das passende Mischverhältnis statt einer festen Watt-Regel
50/50 und 70VG/30PG sind hilfreiche Orientierungen. Entscheidend ist jedoch immer, welche Liquidzusammensetzung für Ihren Pod oder Verdampferkopf vorgesehen ist.